Du musst das Portal nicht abschalten
Der häufigste Fehler: „Entweder Lieferando oder eigener Shop.“ In der Praxis funktioniert ein paralleler Aufbau am besten. Das Portal liefert weiter Neukunden aus der Umgebung; dein eigener Link (z. B. bringeat.de/dein-name) wird zur Adresse für Stammgäste, Firmenkunden und Gäste, die dich ohnehin schon kennen.
Ziel ist nicht sofort 100 % Direktbestellungen, sondern jeden Monat etwas mehr Marge auf Bestellungen, die du ohnehin selbst auslöst – und Kundendaten, die bei dir bleiben.
Schritt 1: Shop live und testen
- Speisekarte mit Top-Sellern anlegen (nicht alles auf einmal)
- Lieferzonen oder Abholung konfigurieren
- Testbestellung als Gast durchspielen – bis zur Küchenansicht
- Link speichern und intern im Team teilen
Im Live-Demo-Shop siehst du den Gäste-Flow vorab – ohne eigenes Konto.
Schritt 2: Sichtbarkeit vor Ort
- QR-Code auf Tischen – „Hier direkt bestellen & Abholung sparen“
- Kassenbon / Beleg – kurzer Shop-Link und Hinweis auf keine Portalgebühr
- Flyer in Lieferbeuteln – nur bei Direktbestellungen oder Abholung mitlegen
- Speisekarte drucken – QR neben Liefer- und Abholhinweis
- Schaufenster-Aufkleber – für Laufkundschaft und Abholer
Formulierung ehrlich halten: „Bestelle direkt bei uns“ statt „günstiger als überall“ – solange du keine unbelegbaren Preisversprechen machst.
Schritt 3: Digital bewerben
Instagram-Bio, Google-Unternehmensprofil und Website-Footer sind die drei Pflichtstellen. Ein fester Link in der Bio („Jetzt bestellen“) schlägt wöchentlich wechselnde Story-Links. Auf Google Business verlinkst du den Shop in „Bestellung“ oder „Website“, wenn das Profil es erlaubt.
Kurze Reels oder Fotos vom Gericht + „Link in Bio“ reichen – du brauchst kein Influencer-Budget. Wichtiger ist Regelmäßigkeit: einmal pro Woche erinnern.
Schritt 4: Stammgäste aktiv ansprechen
Telefon-Stammgäste: „Ab jetzt kannst du auch online bei uns bestellen – gleiche Speisekarte, Abholung geht in 20 Minuten.“ Firmenkunden: Mittags-Lieferservice über festen Shop-Link statt PDF-Speisekarte per Mail. Event-Kunden (Catering): Vorbestell-Link mit Datum und Menge.
Kleine Anreize funktionieren ohne Rabatt-Schlacht: schnellere Abhol-Slots, Gratis-Getränk ab Bestellwert – du kontrollierst die Konditionen selbst, nicht das Portal.
Schritt 5: Messen und optimieren
Im bringeat-Dashboard siehst du Bestellungen nach Kanal und Umsatz über Zeit. Vergleiche nach 4–8 Wochen: Wie viele Direktbestellungen pro Woche? Welche Gerichte laufen online besser als im Lokal? Fehlen Fotos oder Beschreibungen bei Top-Artikeln?
Wenn Direktbestellungen steigen, lohnt sich ggf. ein höheres Paket – immer noch günstiger als linear wachsende Portalprovision. Rechnung im Provisionen-Ratgeber.
Typische Fehler vermeiden
- Shop-Link nur einmal posten und vergessen
- Speisekarte online veraltet lassen (Preise ≠ Tresen)
- Nur Lieferung bewerben, obwohl Abholung für dich margenstärker ist
- Kein Testlauf vor dem QR-Druck – kaputte Links auf 500 Flyern
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